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„Zwischen zwei Häusern“ – Mein Leben nach der Rückkehr aus Frankreich

„Zwischen zwei Häusern“ – Mein Leben nach der Rückkehr aus Frankreich

Nach acht Jahren im Ausland steht sie wieder in Deutschland – mit zwei Sprachen im Kopf und zwei Heimaten im Herzen. Die Rückkehr fühlt sich nicht wie ein Neustart an, sondern wie ein Leben im Dazwischen. Zwischen alten Freunden und neuen Gewohnheiten beginnt eine Reise, die zeigt: Heimkommen ist manchmal komplizierter als Weggehen.



1. Eine Rückkehr erzählt: Zwischen Koffer und Kompromissen


1. Eine Rückkehr erzählt: Zwischen Koffer und Kompromissen

Als Julia, 38 Jahre alt, nach acht Jahren in Frankreich in ihre Heimatstadt Freiburg zurückkehrte, spürte sie: Das ist kein Neuanfang – das ist ein Dazwischen. Die Wohnung in Paris war noch nicht gekündigt, der Job bei Airbus in Toulouse lag hinter ihr, aber etwas blieb: die Routine, der Akzent, das Gefühl, dass Deutschland zwar Heimat war – aber nicht mehr die einzige.

Sie pendelte in den ersten Monaten fast wöchentlich: „Ein Leben aus dem Koffer – wortwörtlich.“ Der Sprachwechsel am Telefon, französische Redewendungen, die plötzlich im deutschen Gespräch auftauchten – all das spiegelte ihren inneren Zustand wider: Sie fühlte sich nicht ganz zurück, aber auch nicht mehr dort.

In ihrer neuen Wohnung standen Kisten mit französischen Kochbüchern neben Umzugskartons voller alter deutscher Bücher. Freunde fragten: „Bleibst du jetzt ganz?“ – und sie hatte keine Antwort. Ihre Geschichte ist typisch für viele Rückkehrer, die zwischen Kulturen, Karrieren und Identitäten leben.



2. Das Leben in zwei Welten: Sehnsucht, Schuldgefühle und Stolz


2. Das Leben in zwei Welten: Sehnsucht, Schuldgefühle und Stolz

Die Rückkehr nach Deutschland bringt nicht nur praktische Herausforderungen mit sich, sondern auch emotionale. Julia erzählt von Heimweh nach dem Ausland, obwohl sie „technisch gesehen“ zu Hause ist. Das Pendeln zwischen zwei Realitäten wird zur Normalität – nicht nur geografisch, sondern auch innerlich.

„Wenn ich meine französischen Freunde besuche, bin ich sofort wieder im Flow – Café au lait, Baguette, dieses entspannte savoir-vivre. Und dann komme ich zurück nach Deutschland, wo alles effizient, aber auch distanzierter wirkt“, sagt sie. Diese Zerrissenheit geht mit Schuldgefühlen einher: Bin ich undankbar? Egoistisch? Und gleichzeitig: Stolz, zwei Kulturen zu verstehen und zwischen ihnen navigieren zu können.

Auch in sozialen Netzwerken lebt Julia „zweisprachig“. Posts wechseln zwischen Französisch und Deutsch – genau wie ihre Gedanken. Viele Rückkehrer berichten von diesem emotionalen Spagat, der sie formt, aber auch herausfordert. Es ist eine ständige Neuverhandlung der eigenen Identität – zwischen der Vergangenheit im Ausland und der Gegenwart in der alten Heimat.



3. Zurück in Deutschland: Ein Neuanfang mit Hindernissen


3. Zurück in Deutschland: Ein Neuanfang mit Hindernissen

Beruflich bedeutete Julias Rückkehr nicht nur eine neue Stelle, sondern ein komplettes Umdenken. Während sie in Frankreich bei Airbnb ein agiles Team leitete, erwartete sie in Deutschland eine strukturierte Konzernkultur – mit mehr Hierarchie und weniger Improvisation. „Ich hatte das Gefühl, mich wieder rechtfertigen zu müssen, obwohl ich viel internationale Erfahrung mitbrachte“, erzählt sie.

Tatsächlich zeigen Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass Rückkehrer oft unterqualifiziert eingesetzt werden – trotz Auslandserfahrung. Sprachliche Nuancen, kulturelle Codes und fehlende Netzwerke erschweren den Wiedereinstieg.

Doch es gibt auch Chancen: Rückkehrer bringen interkulturelle Kompetenzen, Sprachen und ein erweitertes Mindset mit. Immer mehr Firmen – etwa SAP oder Bosch – suchen gezielt nach Kandidaten mit Auslandserfahrung. Trotzdem bleibt der Kulturclash im Joballtag für viele eine Herausforderung.



4. Identität im Wandel: Wer bin ich jetzt?


4. Identität im Wandel: Wer bin ich jetzt?

Julia beschreibt ihr jetziges Leben als „zwischen zwei Häusern“ – nicht nur physisch, sondern emotional. In Freiburg wohnt sie, aber ihr Herz schlägt noch ein wenig für Paris. „Ich merke, dass ich mich verändert habe, aber nicht jeder in Deutschland kann das nachvollziehen.“ Viele Rückkehrer fühlen sich missverstanden – besonders, wenn sie ihre Auslandserfahrungen mit Begeisterung teilen, aber auf Unverständnis stoßen.

Die Frage „Wo gehörst du hin?“ wird zur täglichen Begleiterin. Antworten sind selten klar. Stattdessen entstehen neue Definitionen von Heimat: Heimat als Gefühl, nicht als Ort. Ein Mix aus Routinen, Menschen, Gerüchen – und manchmal auch Sprachen.

Doch genau darin liegt auch ein Reichtum: Die Fähigkeit, mehrere Kulturen zu leben, sie zu kombinieren und daraus eine neue Identität zu formen. Julia hat begonnen, einen Blog über ihre Erfahrungen zu schreiben – für andere Rückkehrer, Suchende, Grenzgänger. Denn: Das Leben zwischen zwei Häusern ist oft eine Brücke – keine Spaltung.

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