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Automatisierung im deutsch-französischen Business: 7 Tipps

Automatisierung im deutsch-französischen Business: 7 Tipps

Die deutsch-französische Wirtschaftsachse bleibt ein Kern des europäischen Binnenmarkts. Über 180 Milliarden Euro Handelsvolumen und gemeinsame Initiativen wie die European Frontier AI Initiative zeigen: Wirtschaftliche Verflechtung und digitale Transformation greifen eng ineinander. Automatisierung wird dabei zum entscheidenden Treiber, um gemeinsame Produktions- und Innovationsprozesse effizienter und wettbewerbsfähiger zu gestalten.

 



Dichte Verflechtung des deutschen und französischen Marktes

1. Dichte Verflechtung des deutschen und französischen Marktes

Frankreich zählt seit Jahren zu den wichtigsten Absatz- und Beschaffungsmärkten der deutschen Wirtschaft und fungiert für viele Unternehmen als Referenzmarkt in Westeuropa. Besonders eng verzahnt sind die Automobilindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, der Energie- und Chemiesektor sowie die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft.

Zulieferteile und Software zirkulieren in engen Takten zwischen Produktionsstandorten und Entwicklungszentren auf beiden Seiten des Rheins. Engineering-Dienstleistungen werden zunehmend digital zwischen den Teams abgestimmt.

Viele Wertschöpfungsketten verlaufen heute selbstverständlich über Standorte in beiden Ländern. Industrieunternehmen betreiben Netzwerke mit Werken, Distributionszentren und Serviceeinheiten auf beiden Seiten des Rheins. In dieser Struktur erhöht die Automatisierung die Robustheit der Abläufe.

Standardisierte Schnittstellen und automatisierte Dokumentenflüsse reduzieren Fehler und erleichtern die Abstimmung. Eine spezialisierte KI-Agentur für Automatisierung im deutsch-französischen Business kann dabei helfen, bestehende Systeme zu verknüpfen, regulatorische Anforderungen zu berücksichtigen und Insellösungen in belastbare Gesamtsysteme zu überführen.


2. Druckfaktoren durch Kosten, Regulierung und Fachkräfte

Unternehmen in Frankreich und Deutschland stehen unter einem spürbaren Kostendruck. Energiepreise und hohe Sozialabgaben belasten die Margen, die Spielräume für Ineffizienzen sinken. Zudem wächst der Aufwand für Berichtspflichten, etwa im Zusammenhang mit Lieferketten, Nachhaltigkeit und Corporate Sustainability Reporting.

Automatisierung wird zum Instrument, um Routinetätigkeiten aus der Verwaltung zu nehmen und den Fokus stärker auf wertschöpfende Aufgaben zu legen. In vielen Regionen fehlen IT-Fachkräfte, Ingenieure und qualifizierte Servicekräfte. Digitale Assistenten, Workflowsysteme und KI-basierte Planungstools entlasten vorhandene Teams.

KI-gestützte Übersetzungsdienste verkürzen Reaktionszeiten, weil zweisprachige Angebote und Serviceantworten schneller bereitstehen. Die Technik ersetzt Menschen nicht, sie ermöglicht jedoch einen produktiveren Einsatz von Kompetenzen und schafft Spielräume für neue Dienstleistungen.



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3. Strategische KI-Kooperationen und Souveränität

Die technologische Seite der Automatisierung wird zunehmend durch strategische Allianzen geprägt. Ein Beispiel ist die Kooperation von Mistral AI und SAP, die einen souveränen KI-Stack für Deutschland und Europa aufbauen soll. Modelle von Mistral werden in SAP-Infrastrukturen integriert.

Die Rechenzentren befinden sich in Europa, die Verarbeitung und Speicherung der Daten unterliegt strikt dem europäischen Datenschutzrecht. Ziel ist eine KI-Infrastruktur, die Leistungsfähigkeit und Datensouveränität verbindet. Gleichzeitig erfüllt sie die Anforderungen der DSGVO.

Auf politischer Ebene haben Deutschland, Frankreich und die Europäische Kommission Ende 2025 die European Frontier AI Initiative angekündigt. Die Initiative bündelt öffentliche und private Mittel in einer gemeinnützigen Struktur und soll ab 2026 die Entwicklung vertrauenswürdiger Hochleistungs-KI in Europa beschleunigen.

Im Zentrum stehen Forschungsteams, die sicherheitskritische Anwendungen und Governance-Modelle entwickeln. Explizit wird gefordert, dass bei risikoreichen Systemen die menschliche Kontrolle gewahrt bleibt.

Ein sichtbares politisches Signal setzt zudem die Rolle Deutschlands als Partnerland der Innovationsmesse VivaTech 2026 in Paris, bei der deutsche und französische Unternehmen gemeinsame KI- und Automatisierungsprojekte präsentieren sollen.


4. Datenräume und KI als gemeinsame Infrastruktur

Automatisierung benötigt Daten, die strukturiert vorliegen und sicher ausgetauscht werden können. Hier setzen deutsch-französische Initiativen an, die technische und organisatorische Grundlagen definieren.

Die gemeinsame KI-Roadmap und die nationale KI-Strategie Deutschlands legen Schwerpunkte auf industrienahe Anwendungen und Testfelder. Zudem fördern sie grenzüberschreitende Projekte, die Abläufe über den Rhein hinweg enger verknüpfen. Unternehmensdaten sollen gezielt in vertrauenswürdigen Umgebungen für die Automatisierung nutzbar werden.

Gaia-X steht als europäisches Vorhaben für eine föderierte Dateninfrastruktur, die Interoperabilität und Datensouveränität zum Ziel hat. Das Projekt orientiert sich an klar definierten europäischen Werten. Es wurde 2019 auf gemeinsame Initiative von Deutschland und Frankreich gestartet und entwickelt ein Ökosystem vernetzter Datenräume mit offenen Schnittstellen.

Für das deutsch-französische Business eröffnet eine solche Architektur die Möglichkeit, Produktions- und Logistikdaten über Unternehmensgrenzen hinweg bereitzustellen. Ergänzend lassen sich ausgewählte Servicedaten integrieren, ohne die Hoheit über besonders schützenswerte Informationen abzugeben.

Automatisierte Workflows greifen auf gemeinsame Datenmodelle zu, Compliance-Anforderungen bleiben beherrschbar.



Automatisierung im Tagesgeschäft

5. Automatisierung im Tagesgeschäft

Im Alltag vieler deutsch-französischer Unternehmen gewinnen KI-gestützte Lösungen an Bedeutung. Typische Anwendungsfelder sind etwa:

  • automatisierte Angebots- und Bestellprozesse in beiden Sprachen

  • vollautomatische Rechnungsverarbeitung mit zweisprachigen Dokumenten

  • gemeinsames Reporting für Energie- und Qualitätskennzahlen. Ergänzend werden ausgewählte Nachhaltigkeitsindikatoren abgebildet.

Hinzu kommen spezialisierte KI-Agenten, die operative Aufgaben übernehmen. Diese Agenten sortieren Anfragen und stoßen Workflows an. Sie bereiten Informationen für Fachabteilungen auf. Im Kundenservice können sie deutsch- und französischsprachige Anliegen DSGVO-konform vorsortieren und passende Antworten vorschlagen.

Systeme wie der in Köln entwickelte Übersetzungsdienst DeepL, der auf neuronalen Sprachmodellen basiert, unterstützen solche Abläufe, weil Fachbegriffe präzise und kontextsensitiv übertragen werden. Automatisierte Abläufe reduzieren Medienbrüche und manuelle Übertragungen. Sie stützen Entscheidungen auf konsistente Daten und erleichtern die Koordination über Zeitzonen hinweg.


6. Voraussetzungen an Technik, Sprache und Kultur

Damit die Automatisierung im deutsch-französischen Business funktioniert, braucht es eine tragfähige Basis. Technisch geht es um saubere Stammdaten, klar definierte Schnittstellen und eine Systemarchitektur, die Erweiterungen zulässt. Prozesse müssen ausreichend dokumentiert sein, bevor sie digital abgebildet werden; diese Vorarbeit kostet Zeit, erleichtert jedoch spätere Skalierungsschritte.

Sprache und Kommunikation spielen eine ebenso große Rolle. Automatisierte Workflows erzeugen Statusmeldungen, Protokolle und Verträge. Diese Texte sollten in beiden Sprachen eindeutig formuliert und fachlich korrekt übersetzt sein. Terminologielisten, abgestimmte Glossare und Styleguides helfen, Missverständnisse zu vermeiden. KI-Systeme können Vorschläge liefern, die finale Verantwortung für rechtlich relevante Dokumente bleibt jedoch klar bei Menschen.

Hinzu kommt die kulturelle Dimension. Arbeitsstile unterscheiden sich, Entscheidungswege können variieren. Eine Automatisierung sollte diese Unterschiede nicht unsichtbar machen, sondern transparent berücksichtigen. Gemeinsame Workshops, Pilotprojekte mit gemischten Teams und offene Kommunikation über Ziele und Risiken schaffen Vertrauen.



Automatisierung als nächste Integrationsstufe

7. Automatisierung als nächste Integrationsstufe

Die deutsch-französische Wirtschaftspartnerschaft entwickelt sich von einer primär handelsgetriebenen Beziehung zu einer tiefer integrierten Kooperationslandschaft. Die Automatisierung bildet einen wesentlichen Teil dieser Entwicklung. Sie stabilisiert Lieferketten, schafft Transparenz in gemeinsamen Projekten und ermöglicht neue Formen digitaler Dienstleistungen.

Die Kombination aus strategischen KI-Allianzen, europäischen Initiativen wie der Frontier AI Initiative und konkreten Kooperationsprojekten in der Industrie zeigt, dass es um mehr als Effizienzgewinne geht.

Automatisierung wird zu einem Instrument, mit dem beide Länder digitale Souveränität und Innovationsfähigkeit stärken. Damit wächst die Rolle der deutsch-französischen Achse in einem zunehmend datengetriebenen Europa.

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Olivier

Olivier Geslin