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Tipps für die Suche nach französischsprachigem Personal

Tipps für die Suche nach französischsprachigem Personal

Wie entwickelt sich in diesem Jahr der Arbeitsmarkt in Frankreich? Der wirtschaftliche Aufschwung im vergangenen Jahrzehnt in Deutschland hat sich positiv die Arbeitsmarktzahlen ausgewirkt, denn die Arbeitslosenzahlen sind so niedrig wie lange nicht mehr. Das Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) hat Ende 2010 986.000 freie Stellen gezählt, also genauso viele wie vor der Krise Ende 2019. Viele Unternehmen haben dennoch Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern.





Jérôme Lecot, Geschäftsführer der deutsch-französischen Personalvermittlung Eurojob-Consulting äußert sich zu den Perspektiven auf dem französischen Jobmarkt.


1. Die Einflüsse des demografischen Wandels auf den deutschen Arbeitsmarkt
2. Der Arbeitsmarkt in Frankreich nach der Corona-Krise
3. Die Auswanderung der Fachkräfte und der Reiz ausländischer Facharbeiter
4. Fachkräftemangel in Frankreich
5. Suche nach französischen Mitarbeitern in Frankreich und Deutschland





1. Die Einflüsse des demografischen Wandels auf den deutschen Arbeitsmarkt

Spüren Personalvermittler und Head-Hunter die so oft beschriebenen Konsequenzen der niedrigen Geburtenrate und des "Papy-Booms" in Deutschland bei der Suche nach Mitarbeitern?

Jérôme Lecot: In Deutschland ist die Suche nach qualifizierten Angestellten immer schwerer geworden. An dieser Stelle nur ein Beispiel: Wir vermitteln für eine deutsche Unternehmensgruppe jährlich ca. zwanzig Bewerber. Von Jahr zu Jahr finden sich weniger Bewerber, die niedrige Geburtenrate, der "Papy-Boom" und der Rückgang derer, die Deutsch in Frankreich, bzw. Französisch in Deutschland lernen, sind hier deutlich spürbar.

Ich verweise an dieser Stelle gerne auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2021, wonach Experten schätzen, dass bis 2025 die Zahl der 19 bis 24-Jährigen um 1,2 Millionen und die der 25 bis 44-Jährigen sogar um 1,7 Millionen sinken wird.



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2. Der Arbeitsmarkt in Frankreich nach der Corona-Krise

Wie sieht die Situation auf dem französischen Arbeitsmarkt nach der Covid-Krise aus?

Der Jobmarkt in Frankreich hat es geschafft sich von der Pandemie zu erholen und das gleiche Leistungsniveau, wie vor der Corona-Krise, wiederherzustellen. Dennoch müssen sich einige Unternehmen aus diversen Branchen auf neue Einstellungsprobleme einstellen. Allerdings bemühen sie sich, die Situation zu bewältigen, indem sie flexibel und kreativ bleiben.

Die Arbeitslosenquote in Frankreich liegt, wie Ende 2019, wieder bei ca. 8 %. Die Beschäftigungen im Privatsektor haben mit 239 500 geschaffenen Arbeitsplätzen im zweiten Quartal wieder ihr vorheriges Niveau erreicht. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung expandiert der französische Arbeitsmarkt dementsprechend stark.

In einem Wirtschaftsbericht weist die Banque de France allerdings darauf hin, dass das Baugewerbe erhebliche Einstellungsschwierigkeiten vermeldet. Demnach sind 54 % der Unternehmen dieses Sektors betroffen. Knapp dahinter liegt die Dienstleistungsbranche sowie mit 31 % die Industrie. Diese Schwierigkeiten haben seit der Wiederaufnahme aller Tätigkeiten, im Mai, zugenommen. Jedoch hindert dies die Unternehmen nicht daran, sich um neue Einstellungen vorzunehmen.

Um die Einstellung von Arbeitskräften zu erleichtern, wurden Gehälter angehoben und Arbeitsbedingungen verbessert. Im zweiten Quartal stellte die Urssaf einen Anstieg bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen fest. Dennoch kam es in Sektoren, in denen unbefristete Arbeitsverträge für gewöhnlich massenhaft ausgestellt werden, wie in der Gastronomie, zu einem leichten Rückgang.





3. Die Auswanderung der Fachkräfte und der Reiz ausländischer Facharbeiter

In der deutschen Presse liest man immer häufiger von der Flucht deutscher Fach- und Führungskräfte ins Ausland. Können Sie dieses Phänomen bestätigen?

Hier von Flucht zu sprechen ist sicherlich etwas übertrieben. In der Tat machen viele Führungskräfte einen ein- oder zweijährigen Auslandsaufenthalt, während dessen sie sich innerhalb des Unternehmens weiterbilden, bevor sie in ihr Heimatland zurückkehren. Um diese Tendenz auszugleichen, setzen in der Tat viele Firmen auf qualifizierte ausländische Fachkräfte.

Wir vermitteln sehr häufig französische Ingenieure nach Deutschland, da diese den Vorteil gegenüber ihren deutschen Kollegen aufweisen, früher den Arbeitsmarkt zu betreten. Eine weitere Studie der Bertelsmann Stiftung besagt, dass zwischen 2015 und 2019 jährlich 40.000 deutsche Führungskräfte und Wissenschaftler ausgewandert sind.





4. Fachkräftemangel in Frankreich

In welchen Branchen ist der Mangel an Arbeitskräften besonders spürbar?

Die meistgesuchten Arbeitskräfte bleiben die Ingenieure. Man schätzt die Zahl der zur Verfügung stehenden Stellen auf 34.000, davon stammen 7000 aus der Maschinenbaubranche und ebenso viele aus der Elektrotechnik.

Seit Anfang 2010 vermittelt Eurojob-Consulting verstärkt Ingenieure aus den Bereichen Maschinenbau und Hydraulik an KMU in Frankreich und Deutschland, die sich schwer damit tun, passende Mitarbeiter mit diesem speziellen Profil zu finden.

Allerdings ist der Fachkräftemangel nicht nur im Ingenieurwesen zu beobachten. Auch andere Bereiche, die von Covid-Krise stark betroffen sind, wie die Automobilindustrie und Metallbranche, suchen vermehrt nach passenden Mitarbeitern.





5. Suche nach französischen Mitarbeitern in Frankreich und Deutschland

Wie gehen Sie vor, um diese so selten vertretenen Kandidaten zu finden? Und welche Lösungen bieten Sie an?

Für einige in Frankreich niedergelassene deutsche Unternehmen ist es nicht einfach, sowohl in Stellenanzeigen als auch in der offiziellen Darstellung gegenüber Konkurrenten ein homogenes Bild zu präsentieren. Dazu haben die Bewerber gelernt zwischen den Zeilen zu lesen.

Eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit geeigneten Kandidaten kann daher die Teilnahme an einer deutsch-französischen Jobmesse sein. Ansonsten empfehlen wir unseren Kunden insbesondere die Direktsuche in einem vorher festgelegten Timing. Unser bilinguales Team aus spezialisierten Personalberatern, die mit beiden Kulturen und den verschiedenen Arbeitsmarktbedingungen vertraut sind, führt eine gezielte Suche nach Bewerbern durch, entweder über die Direktsuche oder über eine spezialisierte Bewerberdatenbank.

Des Weiteren geben wir eine Vermittlungsgarantie: Sollte sich der gewählte Bewerber in der Probezeit als nicht geeignet erweisen, nehmen wir eine neue kostenfreie Suche nach einem passenden Bewerberprofil wieder auf, so dass dabei dem Unternehmen keinerlei Mehrkosten entstehen.

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