Anzeige jetzt schalten Finde Deinen deutsch-französischen Traumjob

Praktikanten in Frankreich einstellen: Regeln für Arbeitgeber

Praktikanten in Frankreich einstellen: Regeln für Arbeitgeber

Ein Praktikum im Ausland kann sowohl für den Praktikanten als auch für das Unternehmen eine bereichernde Erfahrung sein. Allerdings gibt es einige rechtliche und administrative Vorschriften, die ein Arbeitgeber beachten muss, um einen Praktikanten ordnungsgemäß einzustellen. Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Regeln, um einen Praktikanten in Frankreich einzustellen.

 



Praktikumsvertrag (Convention de stage)

1. Praktikumsvertrag (Convention de stage)

Spätestens seit dem französischen Gesetz zur Chancengleichheit (Loi n° 2006-396 du 31 mars 2006 pour l'égalité des chances), unterliegen Praktika im beruflichen Umfeld strengen Auflagen, um zu verhindern, dass nicht reguläre Mitarbeiter durch Praktikanten ersetzt werden.

In Frankreich ist ein Praktikumsvertrag, die sogenannte Convention de stage, obligatorisch. Dieses Dokument wird zwischen dem Praktikanten, dem Unternehmen und der Bildungseinrichtung unterzeichnet und regelt die Bedingungen des Praktikums.

Der Vertrag muss mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Dauer des Praktikums
  • Aufgaben und Ziele
  • Arbeitszeiten
  • Vergütung (falls zutreffend)
  • Betreuer im Unternehmen


2. Vergütungspflicht

Ob in Frankreich ein Praktikant eine Vergütung erhält, hängt von der Dauer des Praktikums ab. Beträgt die Praktikumsdauer mehr als zwei Monate (d.h. mehr als 44 Tage mit mindestens sieben Stunden pro Tag), besteht eine gesetzliche Pflicht zur Vergütung. Der Mindestbetrag beträgt 4,35 Euro pro Stunde (Stand 2025).

Kürzere Praktika können unbezahlt bleiben, aber viele Unternehmen bieten freiwillige Vergütungen an.


3. Anmeldung und Sozialabgaben

Sobald ein Praktikant im Unternehmen tätig ist, muss der Arbeitgeber ihn bei der Sozialversicherung anmelden.

Da Praktikanten nicht als reguläre Arbeitnehmer gelten, sind sie nicht im vollen Umfang sozialversicherungspflichtig. Dennoch gibt es Beiträge zur Unfallversicherung und zur Krankenversicherung, die der Betrieb übernehmen muss.



Arbeitszeiten und Urlaub

4. Arbeitszeiten und Urlaub

In Frankreich dürfen Praktikanten maximal 35 Stunden pro Woche arbeiten, sofern nichts anderes im Tarifvertrag geregelt ist. Zusätzlich haben sie Anspruch auf angemessene Ruhezeiten.

Ein gesetzlicher Urlaubsanspruch besteht für Praktikanten nicht, allerdings gewähren viele Firmen freiwillig einige freie Tage.


5. Praktikumsbericht und Evaluation

Am Ende des Praktikums muss der Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen, die die Dauer und den Inhalt des Praktikums beschreibt.

In manchen Fällen wird zudem ein Bewertungsbericht (Évaluation de stage) erwartet, den der Praktikant seiner Bildungseinrichtung vorlegen muss.



Beschränkungen und Schutzvorschriften

6. Beschränkungen und Schutzvorschriften

Ein Praktikum darf nicht als Ersatz für eine reguläre Arbeitskraft genutzt werden. Französische Gesetze legen fest, dass auf Dauer ein Praktikant keine Kernaufgaben eines Angestellten übernehmen darf.

Zudem dürfen Unternehmen eine begrenzte Anzahl an Praktikanten gleichzeitig beschäftigen. Dies hängt von der Größe des Unternehmens ab (Article R124-10 - Code de l'éducation):

  • Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten: max. 3 Praktikanten gleichzeitig

  • Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten: max. 15 % der Belegschaft

Die Einstellung eines Praktikanten in Frankreich ist also an klare rechtliche Vorgaben gebunden. Arbeitgeber sollten sicherstellen, dass eine Convention de stage unterzeichnet wird, die Vergütungsregelungen eingehalten werden und die Anmeldung bei der Sozialversicherung erfolgt.

Ein wohlstrukturiertes Praktikum bringt nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch Vorteile für beide Seiten: Der Praktikant sammelt wertvolle Berufserfahrung, und das Unternehmen gewinnt motivierte Nachwuchskräfte.

Mehr dazu:

 
Olivier

Olivier Geslin