Auslandsaufenthalt in Frankreich als Student: Erasmus+
Etwa fünf Prozent der deutschen Studierenden nutzen Programme wie Erasmus+, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Trotz vereinfachter Verfahren bleiben die Anerkennung von Studienleistungen und finanzielle Fragen zentrale Herausforderungen. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt, wohin der Trend geht.
2. Beweggründe für einen Aufenthalt im Ausland
3. Beliebteste Zielländer und aktuelle Zahlen

Erasmus+ ist das Austausch- und Förderprogramm der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport. Es ermöglicht Studierenden an Hochschulen in Europa, für einen Studien- oder Praktikumsaufenthalt ins Ausland zu gehen, in der Regel zwischen 3 und 12 Monaten pro Studienzyklus (Bachelor, Master, Promotion).
Dabei werden Studienleistungen anerkannt, und es gibt finanzielle Unterstützung in Form von monatlichen Zuschüssen, die helfen, die Lebenshaltungskosten im Gastland zu decken.
Ursprünglich startete das Programm 1987 unter dem Namen Erasmus (EuRopean Community Action Scheme for the Mobility of University Students) und ist seit 2014 als Erasmus+ Teil eines integrierten EU-Programms.
Das Programm richtet sich an Studierende im zweiten oder höheren Studienjahr an Hochschulen, die eine entsprechende Erasmus-Kooperation mit einer Partnerstätte im Ausland haben.
Bekannte Hochschulen in Frankreich und Deutschland mit Erasmus-Programmen
Fast alle größeren Universitäten und viele Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW/Fachhochschulen) sind an Erasmus+ beteiligt.
Zu den bekannten französischen Hochschulen, die regelmäßig Erasmus-Studierende aufnehmen, gehören beispielsweise:
- Sorbonne Université Paris
- Sciences Po Paris
- Université de Strasbourg
- Université de Rennes
- Université Aix-Marseille
In Deutschland sind nahezu alle staatlichen Universitäten und viele Fachhochschulen aktiv, u. a.:
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Humboldt-Universität zu Berlin
- Technische Universität München
- Freie Universität Berlin
- Fachhochschulen wie HTW Berlin oder TH Köln (Beispiele für aktive Erasmus-Partnernetzwerke)
Diese Hochschulen ermöglichen Mobilitätsaufenthalte über Erasmus+ und besitzen entsprechende Erasmus University Charters zur Teilnahme.
Für viele Studierende bedeutet ein Auslandsaufenthalt mehr als nur ein Semester im Ausland:
Persönliche Entwicklung: Neue Selbstständigkeit, kulturelle Offenheit, interkulturelle Kompetenzen.
Sprachkenntnisse verbessern: Besonders in einem Land wie Frankreich ist Französisch als Weltsprache ein großer Vorteil.
Beruflicher Mehrwert: Erfahrungen im Ausland werden von Arbeitgebern zunehmend geschätzt, oft mit besserer Karriere- und Netzwerkperspektive.
Akademische Vielfalt: Zugang zu anderen Lehr- und Forschungsmethoden, z. B. in geistes-, sozial- oder naturwissenschaftlichen Studiengängen.
Die spezifischen Vorteile eines Studiums in Frankreich für deutsche Studierende sind u.a.:
Kulturelle Nähe bei sprachlicher Herausforderung: Frankreich ist geografisch und kulturell Deutschland nahe, bietet aber zugleich eine neue Sprache und Kultur zum Eintauchen.
Breites Studienangebot: Französische Hochschulen bieten attraktive Programme, von klassischen Hochschulstudien bis hin zu spezialisierten Fächern wie internationale Beziehungen, Kunst oder Ingenieurwissenschaften.
Starke akademische Reputation: Universitäten wie die Sorbonne oder Sciences Po genießen internationale Anerkennung.
Erasmus+-Förderung: Studierende erhalten finanzielle Unterstützung für ihre Mobilität, was die Teilnahme erleichtert.

Erasmus+ bleibt eines der größten Bildungsprogramme Europas: Jährlich nehmen über 250.000 Studierende an Erasmus+-Mobilitäten teil. Zudem zeigen Statistiken, dass Deutschland zu den aktivsten Nationen gehört, und jährlich zehntausende Studierende an Austauschprogrammen teilnehmen.
Laut aktuellen Daten gehören zu den bevorzugten Zielländern deutscher Studierender im Erasmus-Rahmen:
Spanien: klarer Spitzenreiter mit über 7.500 deutschen Erasmus-Studierenden
Frankreich: zweites Top-Ziel mit rund 5.700 deutschen Erasmus-Studierenden im gleichen Zeitraum
Italien, Schweden und weitere europäische Länder folgen auf den Plätzen.
Auch bezogen auf alle deutschen Studierenden im Ausland (nicht nur Erasmus+), zählen Frankreich, Spanien, Österreich, die Niederlande und die Schweiz zu den häufig gewählten Ländern.
Mehr dazu:
- Deutsch-französische Studiengänge: 4 Beispiele unter der Lupe
- Bilaterale Austauschprogramme mit Frankreich für Studenten
- Studium in Frankreich: Lebenshaltungskosten & Finanzierung
Olivier Geslin

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